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Alexander Müller
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Beitrag online gestellt: Mittwoch, 25. März 2009 01:23

Iranisch, journalistisch, gut

Sara Mansour Fallah ist 17 und hat iranische Wurzeln. Für ihre Berichterstattung über Integration gewann sie den MiA-Award (Migrantinnen in Österreich) für Journalistinnen. Mit punkt sprach sie über Extremsituationen und die Gefahr, in eine Schublade gesteckt zu werden.

Sara Mansour Fallah war erst 14 als ihre journalistische Karriere mit einem Seminar zu Politik und Medien, organisiert vom „Standard“, begann. Heute, drei Jahre freizeitraubender Arbeit beim SchülerStandard danach, ist die gebürtige Iranerin nicht nur um einiges an journalistischer Erfahrung, sondern auch um eine Auszeichnung reicher. Für das journalistische Engagement im Bereich „Integration“ bekam die 17-Jährige Anfang März den MiA-Award für „bemerkenswerte Frauen mit Migrationshintergrund“ - „Sonderpreis Journalismus“ - verliehen. Dieser wurde heuer zum zweiten Mal verliehen.

Sara Mansour Fallah
Sara Mansour Fallah nimmt ihren MiA-Award entgegen. "Ich war so aufgeregt, ich bin durch den halben Raum gelaufen, statt direkt zur Bühne zu gehen", erzählt sie.
Foto: Andreas Tischler


Stolz und selbstsicher erzählt sie im Gespräch mit punkt von der Konkurrenz, gegen die sie sich durchsetzte. Von Journalisten, die seit 30 Jahren über Integration berichten und von viel Älteren, die ebenso nominiert waren. Dafür notwendig waren Artikel, die das Thema Integration positiv abhandeln, und davon schrieb Sara während ihrer Zeit im SchülerStandard jede Menge. Wenn sie von der Preisverleihung spricht, strahlt Sara voller Stolz und Selbstsicherheit.

Dennoch, damit gerechnet habe sie auf keinen Fall: „Wenn man seit drei Jahren für den SchülerStandard schreibt, realisiert man nicht, dass da mehr rausschauen könnte. Wenn dann jemand kommt und die Sprache und den Umgang mit dem Thema lobt, ist es eine ganz neue Erfahrung, dass Leute die Arbeit wertschätzen.“

Das Thema, das Sara so erfolgreich verfolgte, ist und bleibt Integration. „Als ich anfing, mich darauf zu spezialisieren, war es in den Medien kaum ein Thema.“ Es störte sie einfach, dass maximal ein Artikel in der Zeitung war, wenn Familien abgeschoben wurden. Fast schon visionär hört es sich an, wenn sie sodann sagt, dass es die anderen Welten sind, von denen sie den Leuten gerne in Artikeln erzählt - „Andere als wir heutzutage sehen.“

Etwa in Reportagen über Punks am Westbahnhof, die sie einen Tag lang begleitete. „Es ist schon eine Extrem-Situation alleine mit einer Gruppe betrunkener Fremder mitzugehen“, erinnert sie sich. Oder von Jugendlichen im Ausland, das in deren Kontext oft Österreich ist. Als Rumänien zur EU beitrat, schrieb sie über junge Rumänen in Österreich und deren Sicht der EU-Erweiterung. „Geschichten, die sonst keiner hat, sind die besten.“

Momentan raubt ihr die Matura noch die Zeit, doch für die Zukunft hat sie sich fest vorgenommen, weiter hart zu arbeiten. „Ich möchte nicht in der Entwicklung stecken bleiben und es hier gut sein lassen“, sagt Sara überzeugt. Geändert hat sich auf jeden Fall etwas: „Ab jetzt habe ich mehr Verantwortung; schnell-schnell einen Artikel schreiben geht nicht mehr.“

Doch sie sieht auch die Gefahr, die in ihrer thematischen Spezialisierung liegt. „Ich will nicht, dass ich in die ‚Integrationsschublade’ gesteckt werde“, sagt die Jungjournalistin und lächelt. Das Thema interessiere sie sehr, aber reduziert werden darauf möchte sie auch nicht.

Denn auch die Politik hat es Sara angetan. In einer vom „Standard“ organisierten Podiumsdiskussion mit Bundespräsident Fischer oder in einer Fernsehdiskussionsrunde auf dem Privatsender OKTO hatte sie bereits die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. „Das Ergebnis ist bei so etwas nicht das Ausschlaggebende“, erklärt sie: „Allein, dass man sich hinsetzt und vor einem Publikum etwas sagt, erfordert Mut.“

Über ihre Zukunft ist sich Sara noch nicht ganz im Klaren, auch wenn sie gerne plant. Dass sie persisch fließend sprechen und schreiben kann, ermöglicht aber noch viel größere Perspektiven: „Journalistin im Iran wäre für mich auch ein Thema.“ An offen stehenden Türen mangelt es der 17-jährigen MiA-Award Gewinnerin sicher nicht.

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